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Konzentrationslager Columbia

Das einzige offizielle Berliner KZ

KZ Columbia
Quelle: FSB Archiv Moskau

Max Urich (l.) und weitere Häftlinge 1935 im Konzentrationslager Columbia

Mit dem Ziel ihre Herrschaft zu sichern, errichteten die Nationalsozialisten ab Juli 1933 am Rande des Tempelhofer Feldes eines der zahlreichen Gefängnisse für politische Häftlinge. Die ehemalige Militärarrestanstalt nutzte die Geheime Staatspolizei bis Ende 1934. Anschließend wurde die Haftanstalt als KZ Columbia in das NS-Lagersystem eingegliedert und blieb das einzige offizielle Berliner Konzentrationslager der Vorkriegszeit.

"Die SS-Leute stießen mit Schaftstiefeln auf die liegenden Häftlinge, wir wurden mit Fußtritten in die Zellen befördert. Ich erlebte die SS-Hölle mit allen ihren Schrecken."
Friedrich von Bohlen erinnert sich 1946 an seine Haft im KZ Columbia

Den weitaus größten Anteil der Häftlinge bildeten politische Gegner des NS-Regimes und jene, die von diesem als solche angesehen wurden. Neben Intellektuellen, Jüdinnen und Juden, sowie SPD- und KPD-Angehörigen, waren ebenso Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wie Max Urich unter ihnen. Die Haftanstalt war mit 156 Zellen bei durchschnittlich 400 Gefangenen stets überbelegt. Die SS-Wachmannschaften quälten die Inhaftierten mit Erniedrigungen, Misshandlungen und Folter. Zudem erhielten die Häftlinge nur eine unzureichende Essensversorgung und mussten zum Teil Zwangsarbeit leisten.

Erinnerungen von Friedrich von Bohlen

Der Betriebskaufmann und Funktionär Friedrich von Bohlen (1904-1977) beschreibt 1946 seine Haft im KZ Columbiadamm 1933

Eingesprochener Text aus: Wörmann, Heinrich-Wilhelm: Widerstand in Schöneberg und Tempelhof, (Schriftenreihe der Gedenkstätte Deutscher Widerstand Bd.13), Berlin 2002, S.27.

Im November 1936 erfolgte die Auflösung des KZ Columbia. Gemeinsam mit anderen KZ-Häftlingen waren die verbliebenen Gefangenen gezwungen, das Konzentrationslager Sachsenhausen zu errichten.

In unmittelbarer Nähe des 1938 abgerissenen Gebäudes erinnert seit 1994 ein Mahnmal an die etwa 8.000 bis 10.000 Opfer, die im einstigen Gefängnis und Konzentrationslager inhaftiert waren.

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Quelle: Stefanie endlich

Gedenkstätte für das KZ Columbia in Berlin

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Quelle: Beeck100/ wikipedia

Unten rechts: Abbildung der Militär-Arrestanstalt, später "Columbia-Haus"

Zerschlagung der Gewerkschaften 1933 Zerstörte Vielfalt DGB
02. Mai 1933