Direkt zur Hauptnavigation dem Inhalt oder zum Seitenfuß

Google Map Application
Karte
Liste
Orte
Personen
- = +
Bild
SA-Gefängnis Papestraße

Haftkeller der SA

Von März bis Dezember 1933 war die SA-Feldpolizei auf dem ehemaligen preußischen Kasernengelände in der General-Pape-Straße stationiert. In den Kellerräumen des heutigen Gebäudes Werner-Voß-Damm 54a wurden mindestens 2.000 Frauen und Männer, mehrheitlich politische Gegner des NS-Regimes, gefangen gehalten. Viele von ihnen wurden misshandelt und gefoltert, mindestens 20 ermordet.

Das SA-Gefängnis war einer von über 100 Orten des frühen NS-Terrors in Berlin. Die sogenannten frühen Konzentrationslager wurden in der Forschung lange als „wilde KZs“ bezeichnet. Heute geht die Geschichtswissenschaft jedoch davon aus, dass auch die frühen Konzentrationslager systematisch vernetzt und organisiert waren.

Bereits vor dem 2. Mai 1933 kamen zahlreiche Gewerkschafter in das SA-Gefängnis. Unter ihnen war der Gewerkschaftssekretär des Deutschen Textilarbeiter Verbandes (DTV) Ludwig Küchel, der am 1.4.1933 in seiner Wohnung verhaftet wurde. Während der Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933 folgten weitere Verhaftungsaktionen.

Erinnerungen von Ludwig Küchel

Der Gewerkschaftssekretär Ludwig Küchel berichtete nach Kriegsende der US-Besatzungsbehörde in Berlin von den Haftbedingungen im SA-Gefängnis Papestraße

Eingesprochener Text aus: BArch-SAPMO, V278/3/212, Bl. 21

Nach dem Zweiten Weltkrieg sprach das Internationale Nürnberger Militärtribunal die SA – anders als die Gestapo und die SS – vom Vorwurf einer verbrecherischen Organisation frei. Daher konnte lediglich der SA-Feldpolizist und spätere Versicherungsbetriebsrat und SED-Angehörige Ulrich Geguns im Zusammenhang mit den Verbrechen in der Papestraße verhaftet und verurteilt werden.

Wie viele der frühen Konzentrationslager Berlins geriet auch der SA-Haftkeller Papestraße in Vergessenheit und wurde erst 1992 von der Geschichtswerkstatt Papestraße wiederentdeckt. Der Geschichtswerkstatt ist es auch zu verdanken, dass sich seit 2011 am authentischen Ort ein öffentlicher Gedenk- und Lernort befindet.

vorheriges Bild nächstes Bild
Bild vergrößern
Quelle: Bayerische Staatsbibliothek München/ Fotoarchiv Hoffmann

SA-Angehörige bei der Schießausbildung

Bild vergrößern
Quelle: Bayerische Staatsbibliothek München/ Fotoarchiv Hoffmann

SA-Angehörige beim Absteigen von offenem LKW

Bild vergrößern
Quelle: 058-4033/ Landesarchiv Berlin

SA-Truppenführer Ulrich Geguns

SA-Gefängnis Papestraße Bild vergrößern
Quelle: Jette Nagel

Der Gedenkort „SA-Gefängnis Papestraße“ im Jahr 2012

Zerschlagung der Gewerkschaften 1933 Zerstörte Vielfalt DGB
02. Mai 1933