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Bundeshaus des ADGB

Schicksalstag
für die ADGB-Zentrale

Quelle: Verein zum Studium sozialer Bewegungen e.V.

Das Gewerkschaftshaus unter der Hakenkreuzfahne. Ab 1933 befindet sich im ehemaligen ADGB-Haus u.a. das Zentralbüro der Deutschen Arbeitsfront (DAF).

Das große Eckhaus an der Wallstraße war bis zum 2. Mai 1933 der Haupt- und Verwaltungssitz des Dachverbandes der freien Gewerkschaften, des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB). Wie ein Großteil der Gewerkschaftshäuser in Berlin und anderen deutschen Städten wurde das Gebäude an diesem Tag von SA-Männern umstellt und besetzt.

"Am 2. Mai 1933 erschienen mehrere große grüne Kommandowagen. Als ich vor die Tür trat, war die ganze Ecke bereits umstellt. Es wurden Papiere rausgetragen und Menschen dirigiert; ein Teil wurde verhaftet."
Kurt Stillmann

Erinnerungen von Kurt Stillmann

Kurt Stillmann erinnert sich 1990 an die Besetzung des ADGB-Hauses, die er als 17-jähriger mit seinem Vater beobachten konnte

Eingesprochener Text aus: Hans-Rainer Sandvoß: Widerstand in Mitte und Tiergarten, (Schriftenreihe der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Bd. 8), Berlin 1994.

Die SA-Truppen drangen in die Büros ein und verhafteten die Mitglieder des Bundesvorstandes, Wilhelm Leuschner und Hermann Schlimme sowie deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Robert Ley, Leiter des reichsweiten Einsatzes, war ebenfalls vor Ort und soll den ADGB-Vorsitzenden Theodor Leipart persönlich festgenommen haben. Die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wurden anschließend auf Lastwagen in die Parochialstraße 29 gebracht, wo sie in einem Kellerraum eines SA-Sturmlokals festgehalten wurden.

Die Besetzung des Hauses und die Festnahme des Vorstandes begründete die NSDAP-Führung im Nachhinein mit der Veruntreuung von Gewerkschaftsgeldern. Diese Anschuldigung diente der Verschleierung des tatsächlichen Zieles, der Zerschlagung der freien Gewerkschaften. Nach der Besetzung und bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges nutzte die nationalsozialistische Deutsche Arbeitsfront (DAF) das Gebäude als Parteiarchiv der NSDAP und der DAF.

Nach dem Krieg wurde das heute denkmalgeschützte Haus nach Hermann Schlimme benannt. Er hatte sich im gewerkschaftlichen Widerstand engagiert und war an der Gründung der DDR-Einheitsgewerkschaft, des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB), beteiligt.

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ADGB-Haus 1920 Bild vergrößern
Quelle: Akademie der Künste, Berlin/ Max-Taut-Archiv, 20-45, F.6

Außenansicht des ADGB-Hauses, 1920

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Quelle: Verein zum Studium sozialer Bewegungen e.V., Berlin

Das Gewerkschaftshaus unter der Hakenkreuzfahne. Ab 1933 befindet sich im ehemaligen ADGB-Haus befindet u.a. das Zentralbüro der Deutschen Arbeiterfront (DAF).

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Quelle: Thomas Blanck

Das ADGB-Haus heute

Zerschlagung der Gewerkschaften 1933 Zerstörte Vielfalt DGB
02. Mai 1933