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2. Mai 1933

Die Besetzung der Berliner Gewerkschaftshäuser

Besetzung des Berliner Gewerkschaftshauses am Engelufer
Quelle: Deutsches Historisches Museum

Am 2. Mai 1933 besetzen die Nationalsozialisten das Berliner Gewerkschaftshaus am Engelufer.

Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 begann die nationalsozialistische Machtübernahme der staatlichen und gesellschaftlichen Bereiche im Deutschen Reich.

Die freien Gewerkschaften entschieden sich unter dem Druck der neuen Verhältnisse für einen Legitimationskurs, der in Selbstauflösung oder Kompromissversuchen mündete. Das Ziel war, die Vertretung der Arbeiterinteressen und den organisatorischen Zusammenhalt über die angenommene kurze Phase der nationalsozialistischen Herrschaft „hinüberzuretten". Doch es gab auch warnende Stimmen; einige wenige Gewerkschaftlerinnen und Gewerkschafter wandten sich offen gegen die Anpassung an das Regime.

"Fünfzig Personen waren an diesem Morgen davon betroffen, die anderen Verantwortlichen holte man sich in den folgenden Tagen. Und dies allein in Berlin – wie viele mögen in ganz Deutschland festgenommen worden sein? Vermutlich wird es niemand genau wissen."
Abraham Plotkin über die Verhaftungen von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern in Berlin

Die Besetzung der Berliner Gewerkschaftshäuser

Der ausländischer Gewerkschaftsführer Abraham Plotkin beobachtete die Besetzung der Berliner Gewerkschaftshäuser und berichtete noch 1933 darüber.

Eingesprochener Text aus: Hans-Rainer Sandvoß, Widerstand in Mitte und Tiergarten (Schriftenreihe der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Bd. 8), S. 27f.

Aber warum standen die Gewerkschaften den Nationalsozialisten – trotz angebotenem Entgegenkommen – im Weg? Die NSDAP-Führung bewertete die geringe Unterstützung aus den Reihen der Arbeiterschaft für den eigenen Machtanspruch sehr kritisch. Auch blieb die „Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation" (NSBO) bis 1933 lediglich eine Splittergruppe bei Betriebsratswahlen. Die Nationalsozialisten wollten jedoch die Arbeiterschaft für sich gewinnen. Mit dem Angebot an die Arbeiterschaft, die alte Forderung nach einem Arbeiterfeiertag am 1. Mai umzusetzen, wurde ihnen symbolisch die Hand gereicht. Am nächsten Tag zeigte das NS-Regime jedoch seine brutale Härte. SA und SS stürmten die Gewerkschaftshäuser und inhaftierten die freigewerkschaftlichen Führungen.

Robert Ley über die Nationalsozialistische Revolution

Der Leiter der Deutschen Arbeiterfront (DAF) Robert Ley auf der Kundgebung zum Schutz der deutschen Arbeit am 2. Mai 1933 in Berlin.

Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv

Die Nationalsozialisten schufen mit der NS-Organisation der „Deutschen Arbeitsfront“ (DAF) am 10. Mai 1933 eine „einheitliche Interessenvertretung“ von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden. Letzte Reste freigewerkschaftlicher Mitbestimmung verschwanden am 20. Januar 1934 mit dem „Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit“.

Adolf Hitler über die Zerschlagung der Gewerkschaften

Adolf Hitler äußert sich 1934 im Reichstag über die Zerschlagung der Gewerkschaften. 

Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv
Zerschlagung der Gewerkschaften 1933 Zerstörte Vielfalt DGB
02. Mai 1933