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Verbandshaus der Deutschen Buchdrucker

Stabilität und Gemeinschaftsgefühl

Dem Gebäude gegenüber stehend zieht eine sandgelbe Front der Fassade den Blick auf sich. Die präzise geschnittenen Verblendungen vermitteln einen Eindruck von Proportionalität und Stabilität.

Für Bau des Wohngebäudes, der Druckereiwerkstatt und des Verwaltungsgebäudes bezahlten Verbandsmitglieder ab September 1924 einen Extrabeitrag von 20 Pfennig pro Woche. Dieser Fond finanzierte die hochwertigen Baumaterialien, die der Bauplan von Hoffmann und Taut vorsah.

Quelle: Akademie der Künste, Berlin/Max-Taut-Archiv, 20-53, F.1a

Außenansicht des Gebäudes in den 1920er Jahren

Im Innenhof schufen die Nähe zwischen dem Wohngebäude und dem Verwaltungsgebäude ein Gemeinschaftsgefühl.

Bemerkenswert ist Tauts Aneignung eines Baumotivs aus dem China der Ming Dynastie (1368-1644) im Verwaltungsgebäude. Die Dynastie war beherrscht von der konfuzianischen Philosophie mit ihrer Betonung auf Rationalität. Dies lässt sich besonders in der Gestaltung des Eingangsbereiches A sehen: Die Vertikalität der Pforte ähnelt der von einer Tempelpforte. Die schwarzen Fliesen vor dem Fahrstuhl im Verwaltungsgebäude sind von gelben und roten Fliesenstreifen gerahmt, sodass ein „Mäander“-Muster entsteht. Das erweckt einen fließenden Rhythmus, der sich über alle fünf Stockwerke erstreckt. Das Farbschema war gedacht als eine Anspielung auf die Flagge der Weimarer Republik.

Bis zur Zerschlagung am 2. Mai 1933 hing links von dem Fahrstuhl das von Rudolf Belling entworfene Wappen der Buchdrucker, das durch die Nationalsozialisten als entartete Kunst deklariert wurde. Nach Kriegsende ging das Gebäude erneut in den Besitz der Gewerkschaften über. Heute befindet dort unter anderem die Ver.di MedienGalerie mit wechselnden Ausstellungen.

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Quelle: Archiv im Buchdruckerverbandshaus

Urkunde zur Grundsteinlegung 1924

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Quelle: Akademie der Künste, Berlin/Max-Taut-Archiv, 20-53, F.32a

Innenansicht des Maschinensaals (undatiert)

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Quelle: Akademie der Künste, Berlin/Max-Taut-Archiv, 20-53, F.36

Das Treppenhaus mit Aufzug und Wappen (undatiert)

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Quelle: Flora Suen

Eingang zum ehemaligen Gewerkschaftshaus der Buchdrucker 2012

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Quelle: Flora Suen

Die Fliesen im 'Mäander-Muster'

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Quelle: Flora Suen

Ansicht des Innenhofs

Zerschlagung der Gewerkschaften 1933 Zerstörte Vielfalt DGB
02. Mai 1933