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Die Baugenossenschaft und Siedlung Freie Scholle

Gemeinsam wohnen und leben

Die gemeinnützige Baugenossenschaft „Freie Scholle“ wurde 1895 in Tegel gegründet. Ab 1924 beteiligte sie sich an dem gewerkschaftlichen Verbund der Wohnungsunternehmer, der Gemeinnützigen Heimstätten AG für Angestellte (Gehag). Die Siedlung „Freie Scholle“ zeichnete sich durch ihr frei gestaltbares Wohn- und Lebenskonzept sowie die selbstbestimmte Bebauung aus. Der Alltag „auf der Scholle“ war am gemeinschaftlichen Zusammenleben und am Miteinander von alten und neuen Bewohnern ausgerichtet.

Mit dem Wachstum der Siedlung in den 1920er Jahren wurde die Freizeitgestaltung der Arbeiterinnen und Arbeiter zum zentralen Thema. Der Schollenteich diente den Bewohnern der „Freie Scholle“ als Badeanstalt und im Schollenkrug, dem gesellschaftlichen Mittelpunkt der Siedlung, trafen sich die Bewohnerinnen und Bewohner zu Kegel- und Skatabenden. Auch Heimstättenversammlungen und die Treffen der Gesangsvereine fanden dort statt. An den Schollenkrug grenzte ein Festplatz, auf dem die Genossinnen und Genossen die beliebten Umzüge der Ernte-, Sommer- und Kinderfeste veranstalteten.

"Die Sommerfeste waren immer in den Ferien. Dann haben alle gesagt: ‚Die Kinder können sowieso nicht verreisen, dann machen wir ein Sommerfest.‘ Das ging immer zwei bis drei Tage. Das war ein richtiger Rummel."
„Freie Scholle“, S. 81 (Archiv FS: Int-6)

Die sozialistische Ausrichtung ihrer Mitglieder prägte die „Freie Scholle“ bis 1933. Im Zuge der Gleichschaltung wurde der Aufsichtsrat durch drei Parteigänger der NSDAP ergänzt. Innerhalb von zwei Monaten trat der Beirat der Genossenschaft zurück und wurde durch einen neugegründeten NS-Wohlfahrtsausschuss ersetzt. Die nationalsozialistische Gleichschaltung war damit auch für die „Freie Scholle“ vollzogen.

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„Freie Scholle“ Bild vergrößern
Quelle: Archiv „Freie Scholle“

Am Schollenteich trafen sich die Bewohner der „Freien Scholle“ zum Baden. (1930)

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Quelle: Archiv „Freie Scholle“

Der Chor der „Freie Scholle“ um 1930

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Quelle: Archiv „Freie Scholle“

Ein dekorierter Laden beim Erntefest 1925

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Quelle: Archiv „Freie Scholle“

Nach der Zerschlagung der Gewerkschaften wurde die „Freie Scholle“ unter die Aufsicht der Nationalsozialisten gestellt.

Zerschlagung der Gewerkschaften 1933 Zerstörte Vielfalt DGB
02. Mai 1933