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Chronik

Chronik der Ereignisse 1933

30 Januar
1933

Machtübernahme der Nationalsozialisten

Reichspräsident Paul von Hindenburg ernennt Adolf Hitler zum Reichskanzler. Die neue Regierung braucht nur wenige Monate, um mit Terror und pseudo-legalen Maßnahmen die Macht auf allen Ebenen des Staates an sich zu reißen und die Demokratie zu zerschlagen.

30 Januar
1933
1 Februar
1933
1 Februar
1933

Auflösung des Reichstags

Auf Bitten Hitlers löst Reichspräsident Hindenburg den Reichstag auf, die Neuwahl des Reichstages wird für den 5. März angesetzt. Vom Regierungsbonus begünstigt, beginnt die NSDAP unter der Parole „Kampf dem Marxismus" einen rücksichtlosen Wahlkampf.

3 Februar
1933

Streik gegen die Verhaftung von Julius Leber

Als Reaktion auf die Verhaftung des Reichstagsabgeordneten Julius Leber (SPD) organisieren Arbeiterinnen und Arbeiter in Lübeck einen Proteststreik. Durch diesen Druck wird Leber zunächst freigelassen. Im Januar 1945 wird er durch die Nationalsozialisten in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

3 Februar
1933
4 Februar
1933
4 Februar
1933

„Verordnung zum Schutze des deutschen Volkes“

Die neue Regierung schränkt die Versammlungs- und Pressefreiheit im Deutschen Reich ein. Versammlungen und Druckschriften können durch die neuen Machthaber verboten werden. 

Das zentrale nationalsozialistische Presseorgan, der „Völkische Beobachter", verurteilt die Gewerkschaftsführer und droht ihnen unverhohlen: „Ihr steht abseits, wie schon so oft, wenn es ums deutsche Volk ging ... ihr hattet so lange Gelegenheit zu beweisen, dass euer Wollen gut und euer Wille stark sei; die Zeit ist verstrichen und ihr habt nichts an Leistung aufzuweisen, wenn man nicht Zerstörung der Wirtschaft, Verluderung des Volkes und Herabsetzung unserer Weltgeltung auch als Leistungen' gelten lassen soll. Vor Monaten haben wir euch eine letzte Chance gegeben! Ihr solltet den Trennungsstrich ziehen zwischen den Parteien alter Ordnung und euren Verbänden, in denen auch wir stehen. Ihr habt nicht gewollt. ... Wer sich jetzt noch stemmt gegen den längst offenbaren Willen des bewusst deutschen Volkes, wird zum Volksverbrecher! ... Erkennt eure Stunde!"

4 Februar
1933

Pressefreiheit und Versammlungsfreiheit werden eingeschränkt

Reichspräsident Hindenburg erlässt die „Verordnung zum Schutz des deutschen Volkes“. Sie schränkt die Presse- sowie die Versammlungsfreiheit ein. Die NS-Regierung kann damit den Handlungsspielraum ihrer Kritiker massiv begrenzen.

4 Februar
1933
11 Februar
1933
11 Februar
1933

Gewerkschaften zwischen Anpassung und Widerstand

Gegner eines Anpassungskurses der Gewerkschaften wie der Reichstagsabgeordnete und Gewerkschaftsfunktionär Anton Reißner (SPD) erkennen den Ernst der Lage: „Im Verlauf einer Woche hat sich die innenpolitische Lage Deutschlands geradezu überspitzt. Wir sehen der Reaktion ins Weiße des Auges." In ähnlicher Weise äußern sich viele örtliche Gremien und Funktionäre.

Die dem ADB angehörende "Reichsgewerkschaft Deutscher Kommunalbeamten" in einem Aufruf zur bevorstehenden Reichstagswahl: "In dem großen Ring, das jetzt angehoben hat, kämpfen wir gegen die faschistisch-kapitalistische Versklavung des deutschen Proletariats. Keiner darf zurückbleiben!"

11 Februar
1933

„Klare Fronten“

Für den SPD-Reichstagsabgeordneten und Gewerkschaftsfunktionär Anton Reißner zeigen sich nach einer Woche Hitler-Regierung „klare Fronten". Er ruft dazu auf, „gegen die faschistisch-kapitalistische Versklavung des deutschen Proletariats" zu kämpfen.

11 Februar
1933
15 Februar
1933
15 Februar
1933

Wahlaufruf der freien Gewerkschaften

Die Dachverbände der freien Arbeiter- und Angestelltengewerkschaften, ADGB und AfA- Bund, rufen ihre Mitglieder dazu auf, bei der Reichstagswahl am 5. März ihre Stimme „für Volksherrschaft gegen Diktatur, für ein freies, sozialistisches Deutschland“ abzugeben.

Mitte
Februar
1933

Die Säuberung des Beamtenapparates beginnt

Hohe Beamte werden entlassen oder zwangsbeurlaubt. Das betrifft insbesondere die preußischen Regierungs- und Polizeipräsidenten, die der SPD, der Deutschen Staatspartei oder dem Zentrum angehören. Die neu ernannten Spitzenbeamten verlauteten, nur noch "nationalsozialistisch gesinnte" Untergebene zu tolerieren. Der Allgemeine Deutsche Beamtenbund protestiert vergeblich bei Reichspräsident Hindenburg gegen die Maßnahmen.

Mitte
Februar
1933
17 Februar
1933
17 Februar
1933

Göring-Erlass zur „Förderung der nationalen Bewegung“

Als Kommissar für das Preußische Innenministerium fordert Hermann Göring von der Polizei, dass sie SA, SS und Stahlhelm unterstützen, hingegen „staatsfeindlichen Organisationen“ rücksichtslos auch unter Einsatz von Schusswaffen entgegentreten.

18 Februar
1933

Die „Gewerkschaft“ wird verboten

Die Mitgliederzeitung „Gewerkschaft" wird bis zum 18. März verboten. Grund dafür ist ein Leserbrief vom 11. Februar, indem zur Bildung einer Einheitsfront aus ADGB, SPD und KPD gegen die „faschistische Reaktion" aufgerufen wurde.

18 Februar
1933
18 Februar
1933
18 Februar
1933

SA wird Hilfspolizei

Der preußische Innenminister Hermann Göring ernennt die SA-Formationen zur Hilfspolizei. Sie werden bewaffnet.

22 Februar
1933

Göring ernennt SA- und SS-Männer zu Hilfspolizisten

In Preußen werden auf Anordnung von Hermann Göring 50.000 SA- und SS-Männer sowie Mitglieder des „Stahlhelm“ zu bewaffneten Hilfspolizisten. Sie gehen mit äußerster Brutalität gegen die politischen Gegner vor, verschleppen sie in „wilde“ Konzentrationslager.

22 Februar
1933
27/28 Februar
1933
27/28 Februar
1933

Der Reichstag brennt

Der Reichstag geht in Flammen auf. Als Brandstifter gilt der Holländer Marinus van der Lubbe, ein Nazi-Gegner. Das ist bis heute umstritten. Klar ist: Die Nazis nutzen die Gunst der Stunde. Noch in der Nacht werden Oppositionelle in „Schutzhaft“ genommen.

28 Februar
1933

„Reichstagsbrandverordnung“

Die neue Verordnung des Reichspräsidenten, die „Reichstagsbrandverordnung", bedeutet Ausnahmerecht. Die in der Verfassung garantierten Grundrechte der persönlichen Freiheit sind abgeschafft. Der Willkür der NS-Regierung sind nun Tür und Tor geöffnet.

28 Februar
1933
3 März
1933
3 März
1933

Runderlass

Die Gewerkschaften sind für die Nationalsozialisten zunächst nicht die Hauptgegner bei der Eroberung der Macht in Deutschland. Dies zeigt der Erlass Hermann Görings vom 3. März 1933 zur „Verordnung zum Schutze von Volk und Staat": „Die Gewerkschaften ... sind übrigens nicht ohne weiteres der sozialdemokratischen Organisation gleichzustellen."

5 März
1933

Reichstagswahl

Mit zweiundfünfzig Prozent der Stimmen erhält die Hitler-Koalition eine klare Mehrheit. Bei den Gewerkschaften überwiegt gefasste Ratlosigkeit, gemischt mit dem fatalistischen Willen, das Wählervotum zu respektieren.

5 März
1933
7 März
1933
7 März
1933

Terror nach der Reichstagswahl

Erste Überfälle von SA und SS auf Gewerkschaftshäuser. In den kommenden Wochen werden in mehr als 200 Orten des Reiches Gebäude der Gewerkschaften überfallen, gewerkschaftliche Vertrauensleute in „Schutzhaft“ genommen und brutal misshandelt.

9 März
1933

Sturm auf das Münchener Gewerkschaftshaus

Die SA stürmt das Münchener Gewerkschaftshaus und hält es besetzt. Im Vertrauen auf die Polizei verzichten die Gewerkschafter auf Gegenwehr. Doch der Schutz bleibt aus.

9 März
1933
10 März
1933
10 März
1933

Appell an Reichspräsidenten Hindenburg

Die Gewerkschaften appellieren an Hindenburg, als „Hüter und Bürge der in der Verfassung verankerten Volksrechte“ dem Terror gegen die Gewerkschaften Einhalt zu gebieten.

März
1933

Die Gewalt gegen Gewerkschafter nimmt zu. Gewerkschaftshäuser werden besetzt.

Nach den Reichstagswahlen erreichte der Terror gegen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter einen ersten Höhepunkt. Allein am 13. März erreichten den ADGB-Vorstand aus über 20 Orten Meldungen von Überfällen und Besetzungen von Gewerkschaftshäusern. Das Gewerkschaftshaus in Greifswald wird von der Polizei geschlossen. Im Volkshaus Dresden werden fast 20 Tonnen Akten und Bücher geraubt. Im Volkshaus Leipzig bricht die SA Geldschränke auf, Akten werden im Hof verbrannt. In Bochum stürmt die SA die zentrale des Bergarbeiterverbandes und benennt das Gebäude in "Hermann-Göring-Haus" um. Bei diesen Übergriffen werden mehrere Gewerkschaftsfunktionäre ermordet, unter ihnen Mattias Theissen vom Baugewerkschaftsbund, oder in den Tod getrieben, wie Otto Geiselhart vom Zentralverband der Angestellten (ZdA), der in der Haft Selbstmord begeht.

März
1933
15 März
1933
15 März
1933

Der Deutsche Beamtenbund (DDB) und nationaler Wiederaufbau

Der Deutsche Beamtenbund bietet der NSDAP „bereitwilligst“ seine Mitarbeit am „nationalen Wiederaufbau“ an. Die Nazis übernehmen den Spitzenverband und nutzten seine Organisationsstruktur zur Gleichschaltung der in ihm vereinten Verbände.

17 März
1933

„Essener Richtlinien“ der Christlichen Gewerkschaften

Die Christlichen Gewerkschaften beteuerten in ihren „Essener Richtlinien“ ihre parteipolitische Unabha?ngigkeit und bekennen sich zur unpolitischen Interessenvertretung auf ständischer Grundlage im „neuen Staat“.

17 März
1933
18 März
1933
18 März
1933

Gewerkschaftliche Selbstvergewisserung

In der wieder erscheinenden Zeitung „Gewerkschaft“ steht zu lesen: „Gleichviel, wie die Regierungen auch heißen und zusammengesetzt sein mögen, zur Wahrung der Arbeitnehmerrechte brauchen wir die gewerkschaftliche Organisation.“

18 März
1933

Gewerkschaften halten an ihren Kernpositionen fest

Im Leitartikel der wieder erscheinenden Zeitung "Gewerkschaft" wird zu Disziplin und Besonnenheit aufgerufen: "Gleichviel, wie die Regierungen auch heißen und zusammengesetzt sein mögen, zur Wahrung der Arbeitnehmerrechte brauchen wir die gewerkschaftliche Organisation."

18 März
1933
21 März
1933
21 März
1933

Theodor Leiparts Erklärung an Hitler

Theodor Leipart übermittelt Hitler eine Erklärung des ADGB-Vorstandes. Darin erklärt er sein Entgegenkommen gegenüber dem neuen Regime. Unternehmer und Gewerkschafter sollen eine ständige Arbeitsgemeinschaft unter staatlicher Aufsicht bilden. Auf die Monopolstellung der Gewerkschaften wird verzichtet. An der freiwilligen Mitgliedschaft in den Gewerkschaften und der Unabhängigkeit von Parteien soll festgehalten werden. Dieser Kompromissversuch wird als „Kapitulation" sowie als endgültige Lossagung von der immer mehr unter Druck stehenden SPD gedeutet.

21 März
1933

„Tag von Potsdam“

Mit Pomp und nationaler Pathetik inszenieren die Nazis den Auftakt zur neuen Legislaturperiode nach der Reichstagswahl. Nicht dabei sind die kommunistischen Abgeordneten, deren Mandate bereits annulliert waren. Die Sozialdemokraten bleiben dem Spektakel fern.

21 März
1933
21 März
1933
21 März
1933

Neue Standortbestimmung der freien Gewerkschaften wird zum Anpassungskurs

Die ADGB-Gewerkschaften suchen einen neuen Standort zum Überleben. Sie stellen ihre Organisationsform in Frage, betonen ihre Unabhängigkeit von der SPD. Auch beabsichtigen sie nicht mehr, direkt auf die Politik einzuwirken. Ihre Aufgabe sei es nur noch, „die berechtigten Wünsche der Arbeiterschaft in Bezug auf sozial- und wirtschaftspolitische Maßnahmen der Regierung und Gesetzgebung zuzuleiten und dem Parlament mit ihren Kenntnissen und Erfahrungen auf diesen Gebieten dienlich zu sein.“

Häftlinge im KZ Oranienburg
21/22 März
1933

Errichtung erster Konzentrationslager

In Oranienburg bei Berlin und in Dachau werden die ersten Konzentrationslager zur Internierung von politischen Gegnern des Nazi-Regimes eingerichtet. Schon kurz nach deren Errichtung gehören Morde an Häftlingen zum Alltag.

Das Konzentrationslager Oranienburg
21/22 März
1933
24 März
1933
24 März
1933

Verabschiedung des „Ermächtigungsgesetzes“

Der Reichstag beschließt das Ermächtigungsgesetz und damit seine eigene Entmachtung. Nur Otto Wels spricht sich im Namen der SPD-Fraktion dagegen aus und stellt mutig klar: „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“

24 März
1933

Loyalitätserklärung des Deutschen Beamtenbundes (DDB)

Nach einer Reihe von personellen Veränderungen, quasi einer „Gleichschaltung von innen“, erklärt der Deutsche Beamtenbund seine Bereitschaft, die Regierung „getreu den traditionellen Berufs­- und Pflichtauffassungen durch hingebende Arbeit“ zu unterstützen.

24 März
1933
25 März
1933
25 März
1933

Besetzte Gewerkschaftshäuser

Noch immer sind reichsweit 46 Gewerkschaftsbüros von SA­ oder Polizeikräften besetzt oder geschlossen. Nur unter Auflagen werden die Gewerkschaftshäuser in Sachsen und Bayern wieder für die Gewerkschaftsarbeit freigegeben.

28 März
1933

Wider dem Anpassungskurs

In den Gewerkschaftsvorständen gibt es Persönlichkeiten, die den Anpassungskurs ihrer Organisation nicht mittragen. So z. B. Siegfried Aufhäuser (1884-1969), Vorsitzender des AfA-Bundes. Er widersetzt sich den Neuordnungsvorstellungen und tritt zurück.

 

28 März
1933
29 März
1933
29 März
1933

Aktionskomitee zum Schutze der deutschen Arbeit

Die NSDAP-Führung beschließt die freien Gewerkschaften zu zerschlagen. Anfang April wird dazu das „Aktionskomitee zum Schutze der deutschen Arbeit" unter Führung der NSBO (Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation) gebildet.

29 März
1933

Schutz für Betriebsräte gefordert

In einem Schreiben an Reichsarbeitsminister Franz Seldte beklagt der Bundesvorstand des ADGB den massiven Druck auf gewählte Betriebsräte, ihr Amt niederzulegen. Wer sich weigert, wird „verhaftet“ und solange festgehalten, bis er seinen Rücktritt erklärt.

29 März
1933
Ende März
1933
Ende März
1933

Niederlage der NSBO bei den Betriebsratswahlen

Weitere Betriebsratswahlen werden ausgesetzt. In den seit Februar stattfindenden Wahlen hat die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation (NSBO) nur 11,7 Prozent der Stimmen erhalten, die freigewerkschaftlichen Listen hingegen 73,4 Prozent.

März/
April
1933

Geraubte Worte

Nach der kommunistischen und sozialdemokratischen Presse werden zunehmend auch Gewerkschaftszeitungen verboten, z. B. „Der Grundstein" (Baugewerksbund), der „Korrespondent" (Buchdrucker), „Der Bekleidungsarbeiter", „Der Deutsche Eisenbahner".

März/
April
1933
1 April
1933
1 April
1933

Judenboykott

Die NSDAP organisiert eine reichsweite Boykottaktion gegen Geschäfte, Arztpraxen und Kanzleien jüdischer Inhaber.

3-6 April
1933

Auflösung des Allgemeinen deutschen Beamtenbundes

Der Allgemeine deutsche Beamtenbund (ADB) beschließt nach dem Austritt mehrerer angeschlossener Verbände seine Auflösung.

3-6 April
1933
4 April
1933
4 April
1933

Zerschlagung der betrieblichen Mitbestimmung

Mit dem Gesetz über Betriebsvertretungen und wirtschaftliche Vereinigungen können unliebsame Betriebsräte ihres Amtes enthoben und durch „zuverlässige Personen“ ersetzt werden. Damit verlieren die Gewerkschaften ihre betriebliche Macht­ und Einflussebene.

5 April
1933

ADGB fordert Recht auf Schutz des Staates

Der Bundesausschuss des ADGB fordert für die Gewerkschaften ein Recht auf Schutz des Staates. Er betont: „Sie haben es um so mehr, als ihre politische Haltung und ihre Tätigkeit zu gewalttätigen Vorgehen gegen sie keinerlei Veranlassung bot.“

5 April
1933
6 April
1933
6 April
1933

Auflösung des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes (ADB)

Der Bundesausschuss des freigewerkschaftlichen ADB beschließt nach einer Austrittswelle einzelner Mitgliederverbände, den Bund aufzulösen, um sich dem Missbrauch seiner Organisation durch die Nazis zu entziehen.

7 April
1933

Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums

Der öffentliche Dienst wird gleichgeschaltet, Gegner des NS­-Regimes werden entlassen ebenso wie alle Beamte und Angestellte jüdischen Glaubens.

7 April
1933
8 April
1933
8 April
1933

Wachsender Druck auf Gewerkschaften

Bereits besetzte Gewerkschaftshäuser in Sachsen und Bayern werden wieder für gewerkschaftliche Arbeit freigegeben. Dies geschieht jedoch unter strengen Auflagen. In Sachsen gilt für die Gewerkschaftler die Verpflichtung, „sich jeder feindlichen Einstellung und Agitation gegenüber der neuen Regierung zu enthalten."

8 April
1933

Die Internationale verlegt ihren Sitz von Berlin nach Brüssel

Wegen der repressiven Politik der Nazis und weil die „deutschen Gewerkschaften bereits das Spiel gegen Hitler aufgegeben haben“, entscheidet der Vorstand des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB), seinen Sitz von Berlin nach Brüssel zu verlegen.

8 April
1933
9 April
1933
9 April
1933

ADGB erklärt sich zur Kooperation mit der NS-Regierung bereit

Der Bundesausschuss des ADGB erklärt der Regierung gegenüber seine Bereitschaft, sich „in den Dienst des neuen Staates zu stellen“. Er schlägt vor, einen „Reichskommissar für die Gewerkschaften“ mit der Umsetzung der geplanten Maßnahmen zu betrauen.

10 April
1933

Der 1. Mai als „Feiertag der nationalen Arbeit“

Der 1. Mai wird zum gesetzlichen Feiertag erklärt, zum „Tag der nationalen Arbeit“ – allerdings unter Verfälschung von Tradition und Zielsetzung. Der Tag ist arbeitsfrei.

10 April
1933
11 April
1933
11 April
1933

Plan zur Vereinheitlichung der Gewerkschaften

In einem Schreiben unterbreitet der liberale Gewerkschaftsbund der Angestellten („Gewerkschaftsring“) Hitler einen Plan zur Vereinheitlichung der Gewerkschaftsbewegung.

13 April
1933

Gespräch zwischen ADGB und der NSBO

Auf Betreiben der NSBO kommt es mit Vertretern des ADGB zu einem Austausch von Ansichten über die Gewerkschaftsfrage.

13 April
1933
15 April
1933
15 April
1933

Der ADGB begrüßt den „Nationalen Feiertag der Arbeit“

Der ADGB-Bundesvorstand begrüßt die Entscheidung der Regierung zum „Feiertag der nationalen Arbeit“ und fordert: „Der deutsche Arbeiter soll am 1. Mai standesbewusst demonstrieren und ein vollberechtigtes Mitglied der deutschen Volksgemeinschaft werden.“

16 April
1933

Beschluss zur Gleichschaltung der freien Gewerkschaften

Auf einer Führerkonferenz der NSDAP wird beschlossen, dass am 2. Mai die Gewerkschaften gewaltsam „übernommen“ und die Gewerkschaftshäuser besetzt werden sollen, um die Arbeiter von der, so der Nazi-Jargon, „parasitären Führung“ zu befreien.

16 April
1933
17 April
1933
17 April
1933

Die Pläne des NS-Regimes

Propagandaminister Joseph Goebbels schreibt in sein Tagebuch: „Den 1. Mai werden wir zu einer grandiosen Demonstration deutschen Volkswillens gestalten. Am 2. Mai werden dann die Gewerkschaftshäuser besetzt.“

21 April
1933

Rundschreiben zur Gleichschaltung der freien Gewerkschaften

In einem vertraulichen Rundschreiben informiert der Stabsleiter der Politischen Organisation der NSDAP, Robert Ley, über die geplante Gleichschaltungsaktion gegen die freien Gewerkschaften. Sie wird stattfinden am „Dienstag, den 2. Mai 1933, vormittags 10.00 Uhr“.

21 April
1933
22 April
1933
22 April
1933

Erklärung des DMV

Die Führung des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes (DMV) gibt in der Metallarbeiter-Zeitung folgende Erklärung: „Es ist nur eine Frage von ganz kurzer Zeit, dass auch die Gewerkschaftsbewegung der Reichspolitik gleichgeschaltet wird und dementsprechende Tätigkeitsregeln verordnet bekommt. (...). Die Behauptung, die Gewerkschaften seien 'marxistisch verseucht', tritt einem am meisten in der schwerindustriellen Presse entgegen (...). Bei näherer Betrachtung seines Drum und Dran drängt sich der Schluss auf, dass die schwerindustrielle Presse unter 'marxistisch' das Streben der Arbeiter nach mehr Lohn und besseren Arbeitsbedingungen sowie die Abkehr von Verschlechterungen, wie überhaupt jedes selbständige Regen der Arbeiterschaft versteht (...). Die gewerkschaftlichen Spitzen sollten gemeinsam zu dem ganzen Gewerkschaftsproblem Stellung nehmen und mit einem großzügigen und klaren Vorschlag über die künftige Gestaltung der Gewerkschaftsbewegung hervortreten. Wenn das ohne Zeitverlust geschähe, könnte es nur nützlich sein. Vor allem müsste in dem Vorschlag die Vereinheitlichung der Gewerkschaftsbewegung ganz deutlich gemacht sein. Er könnte, wie wir es annehmen, der Regierung für die Einschaltung der Gewerkschaften in den nationalen Staat nützliche Dienste leisten."

26 April
1933

Otto Wels Mahnung an die Gewerkschaften

Der SPD-Vorsitzende Otto Wels warnt auf der Reichskonferenz der SPD in Berlin die Gewerkschaften: „Es wäre ein hoffnungsloses Unternehmen, wenn man das Leben der Organisation durch Preisgabe der Idee zu erkaufen versuchte.“

26 April
1933
28 April
1933
28 April
1933

„Führerkreis der vereinigten Gewerkschaften“

Vertreter der freien, christlichen und liberalen Gewerkschaften wollen ihre Verbände „zu einer einzigen umfassenden, nationalen Organisation der Arbeit“ vereinigen. Ein „Führerkreis“ aus je drei Personen pro Gewerkschaftsrichtung soll für die Umsetzung sorgen.

30 April
1933

Selbstauflösung des AfA-Bundes

Der AfA-Bund sieht keine Möglichkeit mehr zur weiteren Betätigung für gewerkschaftlich organisierte Angestellte und löst sich mit Wirkung 30. April 1933 auf.

30 April
1933
1 Mai
1933
Tempelhofer Feld
Feierlichkeiten zum 1. Mai auf dem Tempelhofer Feld, 1.Mai 1933
1 Mai
1933

„Feiertag der Nationalen Arbeit"

Überall im Deutschen Reich finden Aufmärsche und Kundgebungen zum nationalsozialitischen „Feiertag der nationalen Arbeit“ statt. Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin inszeniert sich Hitler in einer gigantischen Propagandaveranstaltung als Freund der Arbeiterschaft.

Die Ereignisse auf dem Tempelhofer Feld
1 Mai
1933

Geringer Widerstand aus gewerkschaftlichen Reihen

Einige Gewerkschafter entziehen sich den offiziellen Veranstaltungen und feiern im privaten Kreis. Es kommt zu kleineren oppositionellen „Blitzdemonstrationen“ und „stillen Kundgebungen“, die jedoch keine weitere Wirkung entfalten.

1 Mai
1933
2 Mai
1933
Besetzung des Berliner Gewerkschaftshauses am Engelufer
2 Mai
1933

Besetzung der Gewerkschaftshäuser

Um 10 Uhr besetzen, wie geplant, SS und SA reichsweit alle Häuser des ADGB, des AfA-Bundes und ihrer Mitgliedsgewerkschaften. Führende Funktionäre der freien Gewerkschaften werden in „Schutzhaft“ genommen, das Vermögen wird eingezogen.

Zur Besetzung des Berliner Gewerkschaftshauses
2 Mai
1933

Das Ende der freien Gewerkschaftsbewegung

Die freie Gewerkschaftsbewegung ist zerschlagen. Die Organisationen sind dem „Aktionskomitee zum Schutze der deutschen Arbeit“ unter Leitung von Robert Ley unterstellt.

2 Mai
1933
3 Mai
1933
3 Mai
1933

Gründung der Deutschen Arbeitsfront DAF

Die DAF wird auf einem „Arbeiterkongress“ konstituiert. Sie setzt sich aus einem „Gesamtverband der Arbeiter“ und dem „Gesamtverband der Angestellten“ zusammen. Die Leitung übernimmt das Zentralbüro des „Aktionskomitees zum Schutze der Deutschen Arbeit“.

Robert Ley
Robert Ley, Leiter der DAF
10 Mai
1933

Gründung der Deutschen Arbeitsfront DAF

Die Deutsche Arbeitsfront wird auf einem „Arbeiterkongress“ konstituiert. Sie setzt sich aus einem „Gesamtverband der Arbeiter“ und dem „Gesamtverband der Angestellten“ zusammen. Leitungsfunktion übernimmt das dem „Aktionskomitee zum Schutze der Deutschen Arbeit“ nachfolgende Zentralbüro. Die bisherigen gewerkschaftlichen Verbände sollen in die neue Organisation überführt werden. Die Organisation basiert auf dem Führerprinzip.

10 Mai
1933
10 Mai
1933
10 Mai
1933

Überführung der gewerkschaftlichen Verbände

Sämtliche bisherige gewerkschaftliche Verbände sollen in die Deutsche Arbeitfront überführt werden. Die Organisation basiert auf dem Führerprinzip.

12 Mai
1933

Beschlagnahmung des gewerkschaftlichen Vermögens

Die Staatsanwaltschaft beschließt formal die Beschlagnahmung des Vermo?gens der Gewerkschaften und deren Enteignung. Die vormals freien Gewerkschaften sind nun gleichgeschaltet oder aufgelo?st.

12 Mai
1933
18 Mai
1933
Propagandaplakat der DAF
Propagandaplakat der Deutschen Arbeitsfront (DAF)
18 Mai
1933

Zwangseingliederung in die DAF

Die christlichen und Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften werden nun von zwangsweise eingesetzten Funktionären der Deutschen Arbeitsfront geführt.

19 Mai
1933

Ende der Tarifautonomie

Das "Gesetz über die Reichstreuhänder der Arbeit" wird erlassen. Die Tarifautonomie ist beseitigt, die Arbeitsbedingungen werden künftig von Staatsbeamten und Betriebsleitungen festgesetzt.

19 Mai
1933
22/23 Juni
1933
22/23 Juni
1933

Ausschluss aus der Deutschen Arbeitsfront

Ehemals führende Funktionäre der christlichen Gewerkschaften werden aus der DAF ausgeschlossen. Die Angestellten dieser Gewerkschaften werden entlassen. Die christlichen Gewerkschaften sind damit faktisch aufgelöst.

27 Juni
1933

Einführung der „Liste der Geächteten"

Um vermeintliche „Marxisten“ auszuschließen, erstellt die DAF eine „Liste der Geächteten“. Diese Personen sollen keine Arbeit mehr erhalten. Als unzuverlässig geltende, ehemals freigewerkschaftliche Mitglieder werden durch „loyale Angestellte“ ersetzt.

27 Juni
1933
14 Juli
1933
14 Juli
1933

Gesetz über die „Neubildung von Parteien"

Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei NSDAP ist die einzige legale Partei in Deutschland.

20 Juli
1933

Reichskonkordat

In dem vom Vatikan mit der Reichsregierung abgeschlossenen Konkordat wird der Fortbestand aller katholischer Vereinigungen gewährleistet - mit Ausnahme der christlichen Gewerkschaften, die dem deutschen Katholizismus nahe stehen.

20 Juli
1933
20 Januar
1934
20 Januar
1934

Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit

Betriebe werden im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie strukturiert. Die „Betriebsgemeinschaft“ steht unter Führung des Unternehmers als „Betriebsführer“. Die letzten Reste von Mitbestimmung und freigewerkschaftlicher Organisation sind beseitigt.

Zerschlagung der Gewerkschaften 1933 Zerstörte Vielfalt DGB
02. Mai 1933