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Aus dem Leben des Gewerkschafters

Wilhelm Leuschner

Wilhelm Leuschner
6/FOTA007398, Archiv der sozialen Demokratie/Friedrich-Ebert-Stiftung

Wilhelm Leuschner (geb. 15. Juni 1890 in Bayreuth; am 29. September 1944 hingerichtet in Berlin-Plötzensee) war ein Gewerkschafter des ADGB, der am Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 beteiligt war.

"Morgen werde ich gehängt, schafft die Einheit!"
Wilhelm Leuschner am Vorabend seiner Hinrichtung zu seinem Mithäftling, dem ehemaligen Reichstagsabgeordneten Gustav Dahrendorff

Wilhelm Leuschner wurde wie viele Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter im Zuge der Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933 verhaftet.

Als ehemaliger hessischer Innenminister und Vorstandsmitglied des ADGB wurde er von den Arbeiterinnen und Arbeitern hoch geschätzt. Deshalb erhoffte sich die NSDAP von ihm Unterstützung bei der Legitimierung der Deutschen Arbeitsfront (DAF). Wilhelm Leuschner verlangte im Gegenzug die Freilassung aller Vorstandsmitglieder. Daraufhin wurde unter anderem Jakob Kaiser frei gelassen. Als er entgegen der Absprache öffentlich den Nationalsozialismus kritisierte, wurde er für ein Jahr inhaftiert.

Nach seiner Entlassung initiierte er ein Netzwerk zwischen verschiedenen Widerstandsgruppen. Sein Ziel war der freiheitliche Sozialismus in Deutschland. Hierfür sollte das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 der Beginn sein. Doch das Attentat scheiterte und Wilhelm Leuschner wurde verhaftet. Er, der in seiner konsequenten antifaschistischen Haltung immer wieder die Aufmerksamkeit der NS-Regimes auf sich gezogen hatte, wurde am 29. September 1944 in Plötzensee hingerichtet.

Abschiedsbrief von Werner Seelenbinder
Wilhelm Leuschner Stiftung

Abschiedsbrief an den Sohn von Wilhelm Leuschner vom 29. September 1944:
"Mein lieber guter Wilhelm!
Leb wohl. Haltet zusammen. Baut alles wieder auf.
Grüße Leni und Beate und das kommende Enkelchen herzlichst von mir.
Sorgt für Mutter. Grüße alle Freunde und Bekannten
Herzliche Grüße und Küsse
Dein Papa"

"Ein richtiger, starrer Gewerkschaftsmann"

Der Präsident des Volksgerichtshofes Roland Freisler befragt einen nicht bekannten Angeklagten nach Verbindungen über die Beteiligten des 20. Juli 1944 unter anderem nach Leuschner. Freisler wiederholt die Beschreibung Wilhelm Leuschners als "richtigen - starren Gewerkschaftmann" mit ironischem Ton.

Deutsches Rundfunkarchiv
Zerschlagung der Gewerkschaften 1933 Zerstörte Vielfalt DGB
02. Mai 1933