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Aus dem Leben des Gewerkschafters

Theodor Leipart

Theodor Leipart
(1931)
6/FOTA046685, Archiv der sozialen Demokratie/Friedrich-Ebert-Stiftung

Theodor Leipart (geb. 1867 in Neubrandenburg; gest. 1947 in Berlin) war der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB). Bis zu seinem Tod 1947 setzte er sich für die Schaffung einer Einheitsgewerkschaft ein.

Anpassung an außergewöhnliche Zeiten...

Auf der Tagung des ADGB am 9. September 1932 hält Theodor Leipart eine resignative Rede zur politischen Lage in Deutschland und der Rolle der Gewerkschaften.

Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv

Obwohl der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) Theodor Leipart mit den Vertretern der NS-Betriebszellenorganisation (NSBO) nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verhandelte, konnte er die Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933 nicht mehr verhindern.
Schwer bewaffnete SA-Leute nahmen Theodor Leipart an diesem Tag fest und misshandelten ihn brutal. 

"Leiparts persönlicher Mut stand außer Frage. Ich habe seinen Aufenthalt in einer der nazistischen Folterhöhlen von 1933 (in der Berliner Parochialstraße) geteilt. SA-Häuptlinge bedrohten ihn zu viert mit entsicherten Pistolen, um ihm Angaben [...] abzupressen. Trotzig brüllte der alte Mann die Henkersknechte an und landete schließlich zusammengebrochen im Staatskrankenhaus."
Franz Josef Furtwängler: Männer, die ich sah und kannte, a .a.O., S. 130/131

Theodor Leipart, der als gelernter Drechsler in der Drechslervereinigung und im Holzarbeiterverband aktiv war, hatte entscheidend dazu beigetragen, die soziale Lage der Lohnarbeiter zu verbessern. 1924 erklärte er: „Die Gewerkschaften sind ihrem Zwecke nach Massenorganisationen der Lohnarbeiter, dazu bestimmt, die ökonomischen und sozialen Interessen der Arbeiterschaft zu fördern."

Unter der nationalsozialistischen Herrschaft hielt er zwar Kontakt zu seinen ehemaligen Kollegen, sodass hin und wieder politische Absprachen getroffen werden konnten, er leistete aber keinen Widerstand gegen das NS-Regime. 1946 trat Theodor Leipart der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) bei und setzte sich dafür ein, eine Einheitsgewerkschaft zu schaffen.

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Seite 10,SAPMO-BArch, NY 4402/ 8

In den letzten Seiten der Maschinenschrift „Die deutschen Gewerkschaften im Mai 1933“ berichtet Theodor Leipart von den Ereignissen am 2. Mai 1933.

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Seite 11,SAPMO-BArch, NY 4402/ 8

In den letzten Seiten der Maschinenschrift „Die deutschen Gewerkschaften im Mai 1933“ berichtet Theodor Leipart von den Ereignissen am 2. Mai 1933.

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Seite 12,SAPMO-BArch, NY 4402/ 8

In den letzten Seiten der Maschinenschrift „Die deutschen Gewerkschaften im Mai 1933“ berichtet Theodor Leipart von den Ereignissen am 2. Mai 1933.

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In den letzten Seiten der Maschinenschrift „Die deutschen Gewerkschaften im Mai 1933“ berichtet Theodor Leipart von den Ereignissen am 2. Mai 1933.

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In den letzten Seiten der Maschinenschrift „Die deutschen Gewerkschaften im Mai 1933“ berichtet Theodor Leipart von den Ereignissen am 2. Mai 1933.

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SAPMO-BArch, NY 4402/ 8

Am 17.6.33 fordert der DAF (Deutsche Arbeitsfront) Schatzmeister Brinckmann von den Finanzwarten beim ADGB Unterlagen, um ein Strafverfahren gegen „Leipart und Genossen“ einleiten zu können.

Zerschlagung der Gewerkschaften 1933 Zerstörte Vielfalt DGB
02. Mai 1933