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Aus dem Leben des Gewerkschafters

Jakob Kaiser

Jakob Kaiser
BArch B 145 Bild-P001516

Jakob Kaiser (geb. 1888 in Hammelburg; gest. 1961 in Berlin) war ein christlicher Gewerkschaftsführer im Widerstand. In Berlin erinnert der Jakob-Kaiser-Platz an sein Wirken.

Die Festlichkeiten am 1. Mai 1933 beobachtete der Geschäftsführer des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaft Jakob Kaiser vom Straßenrand. Er selbst nahm nicht daran teil. Ebenfalls verweigerte er seine Teilnahme an einer vorherigen Besprechung mit dem Reichsminister Goebbels zur Vorbereitung des „Feiertages der nationalen Arbeit".

Nach den Verhaftungen vieler freier Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter am 2. Mai 1933 sollten die Funktionäre der christlichen Gewerkschaften ihre Eingliederung in das „Aktionskomitee zum Schutz der Deutschen Arbeit" unterzeichnen. Da Jakob Kaiser dieses Dokument nicht unterschreiben wollte, verlor er bereits am nächsten Tag seine Anstellung als Geschäftsführer und sah sich mit einem Haftbefehl konfrontiert. Seine Partnerin Elfriede Nebgen erreichte durch ihr mutiges Vorsprechen, dass dieser Haftbefehl fallengelassen wurde. Dabei hatte Jakob Kaiser sich kurz zuvor für eine freiwillig gebildete Einheitsgewerkschaft ohne politische Ausrichtung im neuen Staat ausgesprochen. Dem Zwang, sich in die nationalsozialistische Organisation einzugliedern und somit selbst aufzulösen, wollte er jedoch nicht nachkommen.

Jakob Kaiser war sowohl in enger Freundschaft als auch in der illegalen gewerkschaftlichen Widerstandsarbeit mit dem Sozialdemokraten Wilhelm Leuschner verbunden. Aufgrund einer Anklage zu Hoch- und Landesverrat befand sich Jakob Kaiser 1938 in monatelanger Untersuchungshaft. Diese Anklage wurde dank Wilhelm Leuschners Aussage fallen gelassen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs half auch die christliche Gewerkschafterin Clara Sahlberg Jakob Kaiser und seiner Familie, sich zu verstecken.

Bezirks- und Stadtverordnetenwahl 1946

Als Parteivorsitzender der Christlich-Demokratischen Union gibt Jakob Kaiser bei den ersten freien Wahlen in Berlin 1946 seine Stimme ab.

Deutsche Wochenschau Filmarchiv
Zerschlagung der Gewerkschaften 1933 Zerstörte Vielfalt DGB
02. Mai 1933