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Aus dem Leben der Gewerkschafterin

Gertrud Hanna

Gertrud Hanna
(etwa 1931)
6/FOTA046762, Archiv der sozialen Demokratie/Friedrich-Ebert-Stiftung,
Rechteinhaber nicht ermittelbar

Gertrud Hanna (geb. 1876 in Berlin; gest. 1944 in Berlin)
war eine Buchdruckereihilfsarbeiterin und später die Leiterin des Arbeiterinnensekretariats des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds.

Als die SA am 2. Mai 1933 in die Räume des ADGB-Hauses eindrang, wurde die Gewerkschafterin und Sozialdemokratin Gertrud Hanna ebenso wie ihr Kollege Lothar Erdmann „vorläufig außer Dienst gestellt". Die Nationalsozialisten nahmen ihr dadurch ihren wichtigsten Lebensinhalt.

Aus einer armen, zerrütteten Arbeiterfamilie stammend, begann Gertrud Hanna bereits mit 14 Jahren eine Tätigkeit als Buchdruckereihilfsarbeiterin und fand in der Gewerkschaftsbewegung schnell Halt und Entwicklungsmöglichkeiten. Schon im Alter von 21 Jahren war sie Vorstandsmitglied des freigewerkschaftlichen Verbands der Buch- und Steindruckerei-Hilfsarbeiter- und Arbeiterinnen. Frauenpolitik sollte ihr Hauptanliegen bleiben.

"Wir brauchen die gemeinsame Interessensvertretung für Männer und Frauen durch Männer und Frauen zur Erreichung unserer gewerkschaftlichen Ziele, die für Männer und Frauen die gleichen sind."
Gertrud Hanna, Rede zum Thema "Organisation der Arbeiterinnen", in: Protokoll der Verhandlungen des zehnten Kongresses der Gewerkschaften Deutschlands, abgehalten zu Nürnberg vom 30.6. bis 5.7.1919, S. 420

Immer wieder sprach sie sich für das umstrittene Recht der Frauen auf Erwerbstätigkeit aus, setzte sich mit Fragen des Mutterschutzes auseinander und kämpfte für gleiche Löhne. Dabei argumentierte sie, dass die ungleichen Gehälter für Männer und Frauen nicht nur diskriminierend seien, sondern die niedrigen Frauenlöhne auch zu einer Verdrängung der Männer vom Arbeitsmarkt führen könnten. Generell betonte sie immer wieder, dass Frauen und Männer zusammen arbeiten müssen, um allgemein bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Sie sah jedoch auch, dass Frauen durch die Dreifachbelastung von Arbeit, Familie und Haus kaum die Möglichkeit hätten, sich in Gewerkschaften zu engagieren. Deshalb forderte sie die Gewerkschaften auf, sich stärker um die Integration von Arbeiterinnen zu bemühen.

Die ständige Bewachung durch die Gestapo machte sie handlungsunfähig und raubte ihr den Lebensmut. Am 26. Februar 1944 beging sie gemeinsam mit ihrer Schwester Selbstmord.

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Gertrud Hannah Bild vergrößern
6/FOTA017, Archiv der sozialen Demokratie/Friedrich-Ebert-Stiftung

Wahlkundgebung der Berliner SPD im Sportpalast im April 1928 (vorne links)

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Archiv der sozialen Demokratie/Friedrich-Ebert-Stiftung

"Für und gegen Arbeiterinnenschutz" von Getrud Hanna (1927), vollständiger Artikel im download-Bereich

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Archiv der sozialen Demokratie/Friedrich-Ebert-Stiftung

"Die Frauen in den Gewerkschaften" von Gertrud Hanna (1928), vollständiger Artikel im download-Bereich

Archiv der sozialen Demokratie/Friedrich-Ebert-Stiftung

"Vom Kampf gegen die verheirateten erwerbstätigen Frauen" von Gertrud Hanna (1931), vollständiger Artikel im download-Bereich

Zerschlagung der Gewerkschaften 1933 Zerstörte Vielfalt DGB
02. Mai 1933