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Aus dem Leben der Gewerkschafterin

Clara Sahlberg

Clara Sahlberg
(1920) ullstein bild

Die gelernte Schneiderin Clara Sahlberg (geb. 1890 in Rixdorf; gest. 1977 in Fleisbach) half während des Nationalsozialismus vielen Untergetauchten mit Papieren und Verstecken.

Für viele Mitglieder der christlichen Gewerkschaften bedeutete die Zerstörung der freien Gewerkschaften am 2. Mai 1933 auch das Ende ihrer gewerkschaftlichen Tätigkeiten. Die gebürtige Berlinerin Clara Sahlberg war seit 1928 Mitglied im Zentralverband christlicher Fabrik und Transportarbeiter. Sie war geschäftsführendes Vorstandsmitglied und arbeitete als Gewerkschaftssekretärin im neu eingerichteten Jugend- und Frauenreferat. Bei der Etablierung dieses Referats brachte Clara Sahlberg die Interessen von Jugendlichen und Frauen in der männerdominierten Gewerkschaft ein und versuchte sie durchzusetzen.

Im Mai 1933 verlor Clara Sahlberg ihre Position und fand nach einiger Zeit der Arbeitslosigkeit eine Anstellung im Steglitzer Arbeitsamt. Dort stieg sie bis zur Abteilungsleiterin auf, was zu dieser Zeit ohne NSDAP-Mitgliedschaft ungewöhnlich war. Ihre Position nutzte Clara Sahlberg, um verfolgten Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern Arbeitspapiere oder Unbedenklichkeitsbescheinigungen zu besorgen. Verfolgte Personen konnten so gefahrloser ausreisen oder Verdachtsmomente abwenden. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 half sie auch Jakob Kaiser mit gefälschtem Arbeitsbuch und Lebensmitteln, die sie in sein Versteck brachte. Ebenso verhalf sie der Tochter und der Lebensgefährtin Jakob Kaisers zu einer sicheren Unterkunft in Berlin.

Clara Sahlberg wurde zu jeder Zeit von der Gestapo überwacht. Stets in großer Gefahr schwebend, rettete sie vielen Menschen das Leben.

Zerschlagung der Gewerkschaften 1933 Zerstörte Vielfalt DGB
02. Mai 1933